Jeder hat einen Plan (Ana Piterbarg)

Jeder hat einen Plan (Ana Piterbarg)

Filmplakat "Jeder hat einen Plan"
Filmplakat „Jeder hat einen Plan“

Da trifft man jede Entscheidung im Leben vermeintlich richtig und steht plötzlich doch vor einem Ergebnis, das man so gar nicht gewollt hat. Agustín (Viggo Mortensen), Hauptfigur in Ana Piterbargs „Jeder hat einen Plan“, ist erfolgreich im Beruf, verheiratet mit einer tollen Frau und der nächste Schritt auf dem Weg zum Glück ist ebenfalls schon so gut wie getan. Die Adoption eines Babys ist in die Wege geleitet steht kurz bevor. Doch ehe Nägel mit Köpfen gemacht sind, wird Agustín bewusst, dass er sein Leben so nicht mehr führen will. Er teilt seiner Frau Claudia (Soledad Villamil) mit, dass die Adoption für ihn nicht mehr in Frage kommt, und während sie verletzt und verzweifelt ist, verfällt er in Trübsal und ist nicht mehr ansprechbar.

Claudia weiß sich nicht mehr zu helfen und nutzt eine Reise, um Agustín zu verlassen. Zum Abschied teilt sie ihm mit, dass sie die Eigentumswohnung, in der sie zusammen leben, verkaufen wird. Aus seinem tiefen Loch jedoch wird Agustín erst durch einen unerwarteten Besuch geholt: sein Zwillingsbruder Pedro (ebenfalls Viggo Mortensen) taucht nach vielen Jahren auf. Obwohl die beiden Männer sich zum Verwechseln ähnlich sehen, merkt man auf Anhieb, wie verschieden sie doch im Grunde sind. Während Agustín der Insel, auf der die Brüder aufgewachsen sind, und ihren eigenen Regeln und Gewohnheiten den Rücken gekehrt hat, um ein geregeltes Leben zu führen, ist Pedro nach einiger Zeit des Herumziehens wieder zu seinen Kindheitsschauplätzen und -freunden zurückgekehrt. Dass er nun seinen Bruder aufsucht, hat einen traurigen Grund: Pedro ist an Krebs erkrankt, und der schwere Husten, der es ihm unmöglich macht, auch nur einen Satz vernünftig zu Ende zu bringen, ist nicht das einzige Zeichen, das darauf hindeutet, dass er nicht mehr gesund werden wird. Die Hilfe, die sich Pedro von Agustín erhofft, ist jedoch alles andere als selbstverständlich. Da Pedro weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, und außerdem erwartet, dass seine Zukunft nur noch durch Leiden geprägt sein wird, bittet er den Bruder, ihn zu töten.


 

Auf der Suche nach einem anderen Leben

Die Bitte, die für Agustín anfangs mehr als abwegig scheint, bekommt eine ganz neue Wichtigkeit, als Pedro Blut hustend vor seinem Bruder in der Wanne sitzt und offensichtlich nicht mal verwundert ist über den nicht enden wollenden Blutschwall. Einen Krankenwagen will er nicht, und mehr aus Panik und Überforderung denn aus Überlegtheit erfüllt Agustín den Wunsch des Bruders.

Nachdem er den ersten Schock überwuden hat, erkennt Agustín welche Chance sich ihm gerade bietet: Das Leben, das er nicht haben wollte und das in einer Sackgasse zu enden schien, kann er einfach abstreifen und sich das des toten Bruders zulegen. Er lässt Pedro in der Wohnung liegen, zieht dessen Kleidung an und macht sich auf den Weg auf die Insel seiner Kindheit, wo nicht nur ein neues Leben, sondern auch eine ausreichende Summe Geld auf ihn wartet, wenn das, was der Bruder versprochen hat, wahr ist.

Agustín versucht, sich auf der Insel zurecht zu finden (Szenenbild aus "Jeder hat einen Plan")
Agustín versucht, sich auf der Insel zurecht zu finden (Szenenbild aus „Jeder hat einen Plan“)

Auch wenn die Insel sich seit der Zeit seiner Kindheit nicht sehr verändert hat, fällt es Agustín schwer, sich an das Leben dort zu gewöhnen. Das Geld, das Pedro ihm versprochen hatte, ist zwar an der genannten Stelle, doch schon beim Versuch, es auszugeben, bekommt Agustín Probleme. Im Insel-Laden wird er zunächst angefeindet, dann hinausgeworfen und vor der Tür schließlich noch verprügelt. Als einzige freundlich zu ihm ist die Verkäuferin Rosa (Sofía Gala). Die Ladenbesitzer dagegen drohen Agustín, den sie natürlich für Pedro haben, und richten ihm aus, dass sein Freund Adrián (Daniel Fanego), den Agustín selbst in seiner Kindheit das letzte Mal gesehen hat, sich nicht mehr blicken lassen soll. Ohne zu wissen, was sein Bruder getan hat, um den Hass der Männer auf sich zu ziehen, macht Agustín sich auf den Weg in Pedros Hütte, wo ihn zu seiner großen Überraschung abends Rosa besucht.

 

Jeder hat einen Plan – nur Agustín nicht

Rosa versucht, nicht aufzufallen - Szenenbild aus "Jeder hat einen Plan"
Rosa versucht, nicht aufzufallen (Szenenbild aus „Jeder hat einen Plan“)

Rosa hilft Agustín unbewusst, sich im Leben seines Bruders zurechtzufinden, denn auch wenn die beiden offensichtlich kein Paar waren, so verbindet sie doch eine Freundschaft, die Rosa zu einer der wenigen Personen auf der Insel macht, die zu Agustín stehen. Während dieser sich in die junge Frau verliebt, sein altes Leben vergessen möchte und für sein neues sogar bereit ist, ins Gefängnis zu gehen, erkennt er erst nach und nach, in welches Netz aus Lügen und Verbrechen Pedro verstrickt war. Ob der viel rationalere Agustín diesem Leben gewachsen ist, bezweifelt er teilweise selbst, und dennoch scheint ihm das Leben seines Zwillingsbruders immer noch begehrenswerter als sein eigenes.

„Jeder hat einen Plan“ verbindet eine Krimi-Handlung mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Midlife-Crisis-geplagte Agustín hat durch den Zufall seiner Zwillingsgeburt und den plötzlichen Tod seines Bruders die seltene Chance, sein Leben wirklich neu zu leben, ist sich jedoch der Konsequenzen nicht gleich bewusst. Die Geschichte mit Viggo Mortensen in einer Doppelrolle ist nicht nur überzeugend gespielt, sondern von Anfang bis Ende äußerst spannend. Bereits seit dem 23. Mai läuft „Jeder hat einen Plan“ im Kino – wer ihn noch auf der Leinwand sehen will, sollte sich beeilen.

Infos zum Film

Jeder hat einen Plan
(Todos tenemos un plan)

Argentien / Spanien / Deutschland, 2012
119 Minuten
Filmverleih: Fox Deutschland
Regie: Ana Piterbarg
Drehbuch: Ana Piterbarg
mit Viggo Mortensen, Soledad Villamil,
Sofía Gala, Daniel Fanego, Javier Godino
FSK: frei ab 16

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